Gema vs. iPod

Musikindustrie arbeitet nicht mit Geräteherstellern zusammen

Früher war es üblich, dass die Musikindustrie mit den Geräteherstellen Hand- in Hand geht. Heute scheint aber einges im argen zu liegen. Früher wurde Musik auf CD gepresst und Gerätehersteller verkauften CD-Player. Nun hat sich der Markt geändert. Für CD’s interessiert sich kaum noch jemand. Dafür verkaufen die Gerätehersteller mp3-Player oder man nimmt sich ein iPhone oder einen iPod. Die Gerätehersteller machen das was sie schon immer taten: Sie ersetzen veraltete Technik durch aktuelle und verkaufen diese. Nur die Musikbranche will nicht so recht. Statt die Musik in dem Format anzubieten, wie es die zeitgenössischen Abspielgeräte erfordern, gibt diese Branche lieber 23 Millionen Euro allein in Deutschland aus um Anwaltskosten zu bezahlen. Statt dem Kunden einen guten Service zu bieten, kriminalisiert man ihn. Komischerweise haben es die Gerätehersteller kapiert und überhaupt keine Probleme damit. Die Firma Apple ist Marktführer im Bereich mp3-player (iPod) und bietet im eigenen Online-Shop “iTunes-Store” auch Musik zum Einkaufen an. Die Musik kommt natürlich im kompatiblen Digitalformat und kann direkt auf den iPod oder das iPhone geladen werden. Beknackte Klingeltöne im Sinne von Jamba werden überflüssig. Die Kritik, man würde den Markt zerstören, macht keinen Sinn. Die Platte wurde von der CD verdrängt, die CD von der Festplatte und die Festplatte nun von SD-Karten oder Flash ROMs. Die Hersteller haben das erkannt. Und Distribution übernimmt heute der Kunde (über das Internet). CDs benötigt man eigentlich nicht mehr. Das müssen die Hersteller verstehen. Märkte waren schon immer so und werden immer so sein. Ist etwas veraltet, verschwindet es vom Markt und verschwindet in der Nische der Liebhaberei.

Musikmarkt = Drogenmarkt?

Es wird immer gerne damit argumentiert, der Musiker würde unter der aktuellen Situation leiden. Befragt man aber die Musiker, so sieht alles doch ganz anders aus. Man verdient heute halt mit Konzerten und Auftritten mehr Geld. Und betrachtet man Musik als solche, muss man auch die menschliche Psyche in Betracht ziehen. Studien belegen, dass Musik auf das Emotionszentrum wirkt. Musik ist also sehr nah an unserem Unterbewusstsein dran. Jugenderinnerungen, der erste Kuss, oder die Musik beim Abschlussball brennen sich in unser Gehirn ein, wie nichts anderes. Menschen haben sinngemäß das Recht auf Musik, da Musik im Gehirn verankert ist. Wenn die GEMA knallhart ihre Rechtepolitik weitertreiben würde, so müsste sie uns auch das Singen oder ein Liedchen pfeifen unter Gebühr stellen. Denn immerhin singen, summen und pfeifen wir unsere Lieblingssongs gerne mit. Unter diesem Gesichtspunkt verhält sich die Musikindustrie wie die Drogenmafia. Sie macht uns mit der Musik abhängig (Ohrwürmer, Liedchen pfeifen, Emotionen), verlangt dann viel zu viel Geld und verfolgt uns mit den “bösen Jungs”, wenn wir die Zeche nicht zahlen. Ja, es gibt auch ein Schutzgeldkonzept: Auf CD-Rohlinge, SD-Karten und viele andere Medien werden Abgaben aufgeschlagen um die GEMA mit Geld zu füttern. Nun will die GEMA auch Gebühren von Internetprovidern eintreiben.

Der bekannte US-amerikanische Rechtsprofessor Lawrence Lessig vergleicht die Machenschaften der Musikindustrie mit der damaligen Prohibition (mehr Infos auf Gulli). Die Kriminalisierung - so sagt er - führe eher dazu, dass Daten vermehrt illegal heruntergeladen würden. Der Kunde ist bereit für gewisse Leistungen zu bezahlen. Hier findet aber ein Krieg statt der dazu führte, dass ‘eine ganze Generation an Kindern heranwuchs, die denken, dass das Gesetz für den Arsch ist - und deshalb ignoriert werden muss.’

Hier sollte die Bevölkerung laut aufschreien, denn da versucht eine Branche tatsächlich sich in alltägliche Gegenstände und Produkte gebührenmäßig einzuschleichen, zieht aus allem Geld und behauptet im Umkehrschluss wir Kunden seien kriminell. Jedes “normale” Unternehmen würde innerhalb von Wochen Pleite machen, würde es seine Kunden so behandeln.

Liebe GEMA, liebe Musikverlage - so bitte nicht! Wir sind eure Kunden. Und wie jedes andere Unternehmen sollt ihr um uns buhlen.

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WŠhle Piraten!

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