von ehemals staatlichen und nun privaten unternehmen . . .
bis vor einige wochen standen die logführer auf der strasse und haben dafür gesorgt, dass grosse teile des schienenverkehrs lahm lag um auf ihre situation hinzuweisen und für löhne zu kämpfen, die der relevanz ihrer arbeit entspricht.
überall hört man von streiks oder bekommt sie am eigenen leib zu spüren, falls gewisse annehmlichkeiten nicht mehr zur verfügung stehen.
alle aben zuwenig geld. alle klagen darüber.
alle wissen, dass “die da oben” durchaus genug kohle haben, um dem “kleinen mann” davon etwas abzugeben. oder glauben es zumindest zu wissen.
in der politik wird immer mal wieder das thema “gesetztliche mindestlöhne” an die oberfläche der medialen gewässer gespült, gerät aber nach kurzer zeit wieder aus dem fokus, weil sich ein neuer gesetztesentwurf zur bekämpfung von “killerspielen” vor drängelt.
zu dem thema hat ebenfalls die bild-zeitung in der art berichtet, wie sie es halt tut. allerdings war das, bevor die “PIN ag” ins rampenlicht trat, oder zumindest einen teil des rampenlichts in ihrer nebenrolle erhaschen konnte.
seit dem nämlich wettert bild nicht mehr für, sondern gegen mindestlöhne, und bringen in dem zusammenhang oft sehr abgefahrene theorien, nach denen mindestlöhne millionenweise mitglieder der arbeiten gesellschaft dem freien arbeitsmarkt zur verfügung stellen würde. was wohl daran liegt, dass der Springer Verlag den kontrollierenden aktien anteil an der PIN ag hält.
an der PIN ag möchte ich ein wenig dran bleiben.
es ist die erste gesellschaft, die mir einfällt, die der deutschen post auf dem briefsektor konkurenz bieten kann.
für packete gibt es hermes, tnt, ups, und wie sie nicht alle heissen, und man kann sich recht gut aussuchen, was man haben will.
bei den ganzen packetdiensten gibt es tonnenweise vor- und nachteile, die man abwägen kann, und dann den betrieb wählen kann, der für den geforderten transport die meissten vor- und die wenigsten nachteile birgt.
das geht bei briefsendungen weniger.
ich muss zugeben, dass ich mit der PIN ag noch keinen direkten kontakt hatte. weder hat mir jemand damit einen brief zustellen lassen, noch wäre ich auf die idee gekommen, einen brief durch diese gesellschaft überbringen zu lassen.
allerdings werde ich das wohl auch nie.
zum einen habe ich munkeln gehört, dass die PIN ag auch ganz ohne mindestlöhne grade arg auf den konkurs zu steuert.
und zum anderen sehe ich, wie deren mitarbeiter arbeiten.
wir kennen das alle: man schickt diesen WICHTIGEN[tm] brief irgendwo hin und er kommt nicht an.
nicht nach den geplanten 3 werktagen, und auch nicht nach 3 wochen.
dann gibt es verschiedene möglichkeiten.
der brief wurde aus dem briefkasten geklaut, was in mehrfamilienhäusern schonmal vorkommen kann. besonders wenn es mehr als ein dutzend mietparteien gibt.
oder die post hat ihn (mal wieder) verschlampt.
allerdings gibt es da diese tolle möglichkeit: man geht zur post und sagt: “mein brief mit inhalt XYZ den ich zu willi wunderlich in spitzbergen schicken wollte ist weg.”
dann bekommt man eins von diesen formularen, und wenn alles seinen weg gegangen ist hat man nach etwa 3 wochen den abgesendeten brief wieder daheim.
nicht gut, aber wenn er wirklich WICHTIG[tm] war, dann kann man damit leben.
und dann gibt es die jungs und mädels von der PIN ag.
inzwischen hat es sich eingebürgert briefe, die an das gebäude adressiert sind, in dem ich wohne, wo jedoch kein briefkasten mit einem passenden namen zu finden ist einfach oben auf die briefkästen oder innen auf den klingelkasten zu legen.
bis jetzt sind es in meinem gebäude 3 auf dem klingelkasten und einen habe ich gesehen, der auf der lampe über den briefkästen steht.
einer der umschläge auf dem klingelkasten scheint röntgenaufnahmen zu enthalten . . .
da ich freunde habe, die im selben wohnkomplex wohnen, jedoch in anderen häusern, habe ich öfter die möglichkeit diese von innen zu sehen. auch hier stapeln sich an den verschiedensten stellen in der umgebung der briefkästen postsendungen mit dem PIN-logo darauf.
und auch hier scheinen teilweise wichtige sachen dabei zu sein . . . und von manchen mitbewohnern scheint das postgeheimnis nicht so wahnsinnig ernst genommen zu werden.
zumindest gehe ich davon aus, wenn ich einen A4 umschlag in der mitte durchgerissen unter den briefkästen liegen sehe. leer!
nun, kann man dem springerverlag verübeln, dass er in seiner tochtergesellschaft mindestlöhne mit aller macht verhindern möchte?
oder liegt diese arbeitsmoral womöglich an eben diesen zu geringen löhnen, die sich teils um die 3,50€/stunde bewegen?
muss man sich als zahlendem kunden wirklich gefallen lassen, dass die abgeschickten briefe wegen einem schreibfehler in der adresse niemals ihren bestimmungsort erreichen?
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Dezember 15th, 2007 at 05:02
Was mich immer ärgert ist, dass Geld nicht so genutzt wird, wie es “das Geld” eigentlich verlangt. Geld ist ein Tauschmittel für Leistung. Durch Spekulationen und die Große Luftpumpe Börse wird aber viel Geld hin und herbewegt OHNE einen Gegenwert zu haben.
Und diese große Spekulationsblase scheint sich in diesen Tagen indirekt zu rächen. Die hohe Staatsverschuldung nötigt unsere Politiker ständig Steuern und Abgaben zu erhöhen. Dadurch wird unser Stundensatz gnadenlos entwertet. Und nun lese ich in deinem Beitrag, dass die Mitarbeiter zum Teil um die 3Eur pro Stunde verdienen? Ich habe schon mal Postsendungen ausgetragen. Es ist zwar kein Drecksjob, wie Kanalreinigung, dennoch ist der Job anstrengend. Und man muss die Sachen zustellen - bei Wind und Wetter.
Und wenn eine solche Person nur 3Euro pro Stunde erhält, ja da kann ich doch verstehen, wenn man ziemlich lax mit der Ware Brief umgeht. Wahrscheinlich kommt da noch Druck von Chef hinzu: “Du hast um 14:00h wieder im Backoffice zu sein!”
Wenn wir eine angemessene Zustellerleistung sehen wollen, müssen wir diese Leistung in Form von Geld an die Zusteller weiterleiten.
Viele Menschen beklagen sich, dass vieles zu teuer sei. Dabei sollten wir uns wirklich mal Gedanken darüber machen, was alles zu billig ist!
Ein gutes Brot kostet beim Bäcker etwa 4Euro. Ich habe schon CD-ROM-Laufwerke für 5Euro gesehen (neu!). Wie kann es sein, dass ein Stück High-Tech gerade mal 1Euro teurer ist als ein Brot!? Das darf nicht sein.
Dezember 15th, 2007 at 14:33
Mal was anderes…
Wichklich WICHTIGE Sachen verschickt man doch am besten per Mail, FTP usw..
Verschlüsselungstools etc. gibt es ja alles, wenn es auch noch sensible Daten sind.
Dezember 15th, 2007 at 19:42
schonmal versucht röntgenbilder per ftp zu verschicken?
also die orginale!
oder eine neue bankkarte, wenn du deine alte verloren hast.
oder ums kurz zu fassen: materie lässt sich nicht auf digitalem weg transportieren.
noch nicht.
aber vielleicht wird das ja bald was, wenn buzz mal ein wenig zeit zum basteln hat. =)
klar lassen sich sensible informationen per SSH verschicken, getunnelt und per TOR die route verschleiert. dazu das ganze mit passwort verschlüsselt kompremiert und gesplittet.
allerdings kostet ne ansichtskarte, die du deinen eltern schicken willst auch 55cent (oder so. bin bei den preisen nich so auf dem aktuellen) und das ist ziemilch viel dafür, dass die eventuell in irgendeinem hauseingang rumliegt, wo sie nicht hin sollte.
achja.
die karte kostet ja auch noch extra.
persönlich finde ich es einfach scheisse, das versprechen der firma zu bekommen: “wenn du uns den brief und genug kohle gibst, bringen wirs da hin wo du willst.”
und dann sehe ich, wie dieses versprechen nciht eingehalten wird, und ich geld für einen service bezahle, der zu einem guten teil einfach nonexistent ist!
wenn ich in nem laden nen becher joghurt kaufe, und da ist statt joghurt dann . . . igrendwas drin, dann entspricht das nicht dem, was ich mir von der verpackung versprochen habe.
es geht darum, dass einfach nicht das geleistet wird, was auf der packung steht . . .
und dass dieses verhalten offensichtlich einfach zur firmenpolitik gehört.
by the way.
der bundestag hat die mindestlöhne durch gedrückt.
mal sehen was mit der PIN AG nun passiert . . .