Forschung - das hat sich ja gelohnt.

Prolog

Heute höre ich auf Einslife einen Beitrag zum Thema “Krankheitsquote von Studenten ist hoch“. In mir kochte es als ich den Beitrag hörte. Da haben sich tatsächlich Wissenschaftler mit diesem Thema auseinandergesetzt, haben wer weiss wieviel Kohle in den Jordan geschüttet um herauszufinden, was jeder Einzelne sehen kann, der einfach nur mal “scharf hinsieht”.

Die Studie besagt, dass der Gesundheitszustand jedes dritten Studenten kritisch ist. Dies sei unter anderem auf unzureichende Ernährung zurückzuführen. Diese Studenten leiden oft an Kopf- und Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen. Viele andere Studenten leiden unter Stress und den Folgen, wie Depressionen.

Wobei mir aber mein Mageninhalt fast aus dem Hals gesprungen ist war folgender Satz: “Die Hochschulen werden aus diesem Grunde Seminare zum Thema Streßbewältigung anbieten!”

Epilog

Ich glaube es Hackt! Noch eine Veranstaltung in einem Hörsaal mehr!? Das soll helfen!?

Nun fangen wir mal an die moderne Hochschullandschaft zu durchleuchten:
Man findet sich zum Studienbeginn mit etwa 700-800 Studenten in einem Hörsaal zwecks Mathematikvorlesung ein. Eine solche Veranstaltung hat die Laufzeit von mindestens 90 Minuten. 700 Personen atmen innerhalb dieser Zeit den Halssaft der jeweils anderen 699 Personen ein. 90 Minuten lang, in einem geschlossenen Raum ohne Fenster, dem Monolog eines Dozenten folgend. Dabei sitzen diese 700 Personen auf herunterklappbaren Holzplatten, die die Stühle genannt werden , vor einem kleinen Holzbrett, das kurz Pult genannt wird. Die meisten der anwesenden Personen kauern in ihren Ellenbogen liegend auf diesen “Pulten”, da eine andere Körperhaltung Unbequemer erscheint. Nach 90 Minuten absoluter Sonnenlichtabstinenz und einer 15%igen Sättigung an Kohlenmonoxid wundere ich mich nicht über die Klage man hätte Kopf- und Rückenschmerzen. Es gibt sogar Fachbereiche, die Vorlesungen im Block von 13:00h bis 18:30h an Stück anbieten - noch Fragen?

Dann betrachten wir mal das Gute Mensaessen. Im Guten alten Griechenland wusste man “Mens sana in corpore sano” (Ein gesunder Geist in einem Gesunden Körper). Meine Mensaerfahrungen beschreiben ein Fertigessen für ca. 2,50Eur. Dieses Essen ist für Studenten darüber hinaus vom Staat bezuschusst. Mir ist zu Ohren gekommen, dass ein solches Essen effektiv 4Euro kostet. Wenn ich mir die Fertigpalette von Bofrost anschaue, so finde ich beim Hausgefrierkostzulieferer eine durchaus bessere Lebensmittelqualität. Hier gibt es ein Suhirestaurant, das für eine Sushimahlzeit 13Euro incl. Getränk verlangt. Das ist gerade mal das Dreifache (an den effektiven Kosten). Zugegeben - man kann sich vom Mensaessen ernähren. Falls man dieses Essen aber nicht durch zusätzliche Obst und Vitaminzufuhr ergänzt, sehe ich den “Faktor Ernährung” gescheitert.

Und die Depressionen scheinen offensichtlich: Es gibt Prüfungen, die man dreimal machen muss um diese zu bestehen. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen wird dies auch gerne in den Vorlesungen im Vorfeld gesagt. Da hat man locker mal 40 Stunden in der Woche investiert - und das war’s man darf die Prüfung wiederholen. Der Leistungsdruck ist so hoch, wie nie zuvor. Die Menge na Wissen, die moderne Studenten bewältigen ist imens - man muss das Wissen der gesamten universitären Vergangenheit nachholen - Wissen, das selbst oft unsere Eltern nicht nachvollziehen können. Dann wird ständig behauptet man benötige mindestens einen Auslandsaufenthalt, solle mindestens drei Sprachen sprechen, benötige wer weiss wieviel Praktika und so weiter. Prüfungen heissen offiziell “Leistungsnachweis”, der Rektor begrüsst die Neuen mit den Worten: “Schauen sie nach links, nach rechts, oder besser in beliebige neun Richtungen - viele dieser Studenten werden Sie nicht mehr wiedersehen.” oder mit “Sie betreten hier eine Leitungsgesellschaft, also stellen sie sich darauf ein, dass hier nur Leitung zählt.”

Klar, dass diese Menschen unter Stress und danach unter Depressionen leiden. Nur die Harten kommen in den Garten. Und die Didaktik ist wie vor 20 Jahren. Einer Steht vorne, die anderen hören zu.

Die Ursachen für die studentischen Krankheiten sind doch OFFENSICHTLICH!

Und zu dem Studienstress kommt noch einiges hinzu: Man muss seinen Lebensunterhalt sichern, Studiengebühren bezahlen - also arbeiten gehen. Und hier fängt der Wahnsinn erst richtig an: Das Azubi-Gehalt bei Banken beträgt Jährlich knapp 3049 Euro. Ein Student (der das Abitur bereits abgeschlossen hat und bereits sein Vordiplom hat (!) ) verdient bei max. 19 Stunden pro Woche etwa 8Eur pro stunde. Das sind 8Eur * 19Stunden * 52Wochen = 7904Eur pro Jahr.

Wie kann es sein, dass eine akademisch gebildete Person ein Jahresgehalt von (staatlich geregelt, in privaten Firmen Gleitzone genannt) 7904 Eur erhält. Ein Vordiplom ist aber bereits der Nachweis von mindestens 3 Jahren akademischer Arbeit. Und 7904 Eur sind ohnehin utopisch, da ein ordentlicher Student keine 19 Stunden in der Woche arbeiten kann, das sonst nix mehr fürs Studium übrig ist.

Und nun schauen wir uns mal typische Studenten-Nebenjobs an: Übersetzer, Radiomoderatoren, Playboymodels, Kellnerinnen, Softwareentwickler, Außendienstmitarbeiter, Pizzataxi, Analytiker, etc.

Das ist doch der Wahnsinn! Da kommen die Depressionen, der Stress, die Kopf- und Rückenschmerzen her. Das Essen, das uns zur Verfügung gestellt wird könnte nach ernährungswisschenschaftlichen Erkentnissen optimal sein (ist ja auch bei uns als Studium im Angebot!)

Das Geld für die Studie wäre besser in die Mensa geflossen, statt in eine “Stressbewältigungsvorlesung”. Die Prüfungen sollte man etwas einfacher machen, da “Leistungsnachweise” ohnehin nichts bringen. Im Job folgt sowieso noch das Trainee und eine andere Voraussetzung an Leistung und Ergebnisse. Und in sogenannten HiWi-Jobs wird man abgezogen. Alle anderen kassieren angemessenere Stundenlöhne. Studenten sind krank, weil die Universitätskultur krank geworden ist und der Leistungsdruck dank “Elite”-Diskussionen zugenommen hat! Und es wird einen Studenten, der ewig in Hörsäälen sitzt, arbeiten muss, bis tief in die Nacht lernt, arbeitet und um Prüfungsergebnisse bangt, sich auf unbequemen Massenmöbeln bequemen muss, in seiner Mensa Convenience-Fressen bekommt dann tatsächlich kaum aufbauien, wenn er noch in den 15 freinen Minuten in der Woche ein “Stressbewältigungsseminar” besucht.

Gute Besserung!

euer BuzzMachine

P.S. An alle Studenten: Falls ihr das kennt: Zu wenig Geld, drei Tage lang nur Brotreste oder was im Schrank ist gegessen - vielleicht sogar mal zwei Tage nix gegessen, dann schreibt doch einfach mal einen Kommentar und macht einen Strich rein (|-Zeichen oder “Hunger” genügt.) So haben wir mal ne Umfrage zum Thema Arbeitslohn und Stress und Ernährung. Macht alle einfach mal mit. Es lohnt sich. Diese Studie kostet nix. Die Seite wurde freundlicherweise von einer netten Person finanziert, die einfach nur wissen will, was wir denken ;-)
So machen wir mal unsere Eigene Studie. Und gute Lösungsansätze sind ebenso erwünscht - dann können das die anderen mal im Netz nachlesen!

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WŠhle Piraten!

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6 Responses to “Forschung - das hat sich ja gelohnt.”

  1. Tobias Says:

    “Hunger”

  2. Tobias Says:

    Wie wäre es mit Vorlesungen auf DVD? Aber so richtig gut gemacht, wie hier: http://multimedia.mcb.harvard.edu/inner_short.swf

  3. chiller Says:

    Kiffen für alle!

  4. tilly Says:

    “Hunger” und Geld bekommen fürs Studium :-)

  5. tito Says:

    moin,
    sachma hast du einen link zu dieser Forschungsarbeit, bzw weißt du wo sie veröffentlicht worden ist.

    merci

  6. admin Says:

    Hi tito, folgender Link führt dich zu einer der Studien: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/depressionen/?sid=500588

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