readymade vs. homebrew
Oft habe ich mir überlegt, wie es um das gute alte “Basteln” bestellt ist. In den Anfängen der 90er Jahre, wer es oft so, dass ein Selbstbau den Einkaufspreis eines kommerziellen Gerätes um weites unterbieten konnte un man selbst hatte das Gerät der Wahl zu Hause. Sicherlich sah das Gehäuse nicht so schön aus, wie das gekaufte. Bei einer Lichterorgel z.B. zählt das Gehäuse aber reichlich wenig. Das Basteln mit Elektronik scheint heute gut aus der Mode gekommen zu sein. Herumfummeln mit Kondensatoren und Transistoren gehört in die Rubrik “Erinnerung”.
Wer heute am PC herumschraubt, tauscht Steckkarten. Der Lötkolben bleibt schön im Schrank. Wer sich einmal am Löten von den zeitgemäßen SMD-Bauteilen versucht hat, greift dann doch lieber zu CONRADs standard-Modulen oder beschafft sich die Teile bei einem anderen Händler. Also scheint das Elektronik- und Bastelhobby der Vergangenheit anzugehören.
Basteln ist tot. Hoch lebe das Basteln
Basteln ist aber kein Thema der Vergangenheit. Wer genau hinschaut, bemerkt, dass wir heute völlig andere Möglichkeiten haben. Sicherlich werden wir nicht mehr mit Ersatzteilen und Lötkolben an einer Handyplatine herumdoktern. Aber wir können durch ein Vielfältiges Angebot an Fertigmodulen ganze Universen an praktischen Geräten bauen. Und so kommen wir auf “höherem” Niveau dem Bastelhobby näher.
Unter http://www.mikrocontroller.net kann man alles zum Thema Mikrocontroller erfahren. In Webshop werden Module für die gängigen AVR- und ARM-Prozessoren angeboten.
Der abgebildete Webserver ist ein kleines Stück High-Tech, das man wirklich selber bauen kann.
Die Firma ATM http://www.atmannheim.de bietet Spindelantriebe an. Man kann Linearführungen, kleine Lifte und andere Konzepte damit umsetzen.
Schaut man dann mal hin und her, so stellt man fest, dass im Bereich Prototyping auch einiges geschieht. Das Fritzing-Projekt aus Berlin bietet die Möglichkeit schnelles und kompaktes Prototyping zu ermöglichen. Hier bekommt der ambitionierte Hobbybastler oder Prototypenentwickler einen Service an die Hand, wie es ihn vorher nicht gab. Firmen wie PCB-Pool oder Fischer-Leiterplatten (Gewerblich) bieten zum Knallerpreis Industrieplatinen. Es ist eine Infrastruktur entstanden, die völlig neue Potentiale bietet und dem zeitgenössischen Entwickler und Hobbybastler ganz neue Möglichkeiten eröffnet.
Die Schaeffer-AG fertigt auf Kundenwunsch Frontplatten für Gehäuse. Neben Gravuren und Borungen, werden Bleche, Materialien vom Kunden gestellt, oder man wählt auseinem wohl abgerundeten Sortiment der Firma. Der Preis für eine solche Front ist - für Prototypenpreise - überraschend günstig.
Bastel 2.0
Die oben aufgeführten Firmen sind nur ein kleiner Auszug aus dem heutigen Angebot. Insgesamt kann man aber behaupten, dass die erhältlichen Einzelmodule und professionellen Angebote viele Möglichkeiten eröffnen und vor allem eine Eigene Werkstatt und teures Werkzeug überflüssig machen. Innerhalb kürzester Zeit ist man daher heute in der Lage professionell aussehende Geräte zu bauen, die es nicht im Einzelhandel gibt. Und ein Handy wird sich heute ohnehin niemand mehr bauen - die bekommt man von Motorola ja neu ab 35 Eur.
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Dezember 3rd, 2007 at 16:19
Oh, vielleicht zufällig ganz passend dazu: http://digitaltools.node3000.com/blog/lowtech_sensors_and_actuators.php