Arbeit vs. Kapitalismus? Freud oder Leid?

Arbeit diente dem Menschen unter Einsatz von Energie (seiner Arbeitskraft oder Werkzeug) seine Bedürfnisse zu befriedigen. Verwendet man einen Nussknacker um eine Nuss zu öffenen, so macht diese “Arbeit” Spaß, da sie das Bedürfnis nach der Nuss direkt befriedigt. Arbeit war vor der Industrialisierung immer direkt mit der Befriedigung von Bedürfnissen verknüpft, wenn sie auch hart gewesen sein mag. Durch die Industrialisierung und die Massenproduktion wurde der Mensch zum Teil des Fließbandes. Im Takt der Maschine wird der Tagesablauf bestimmt. Die Erfüllung von Bedürfnissen wird nur durch das Geld am Monatsende vorgegaukelt. Ein direktes Erfolgserlebnis aus der Tätigkeit in der Fabrik an sich stellt sich aber nicht ein. Man erlebt kaum, wie etwas entsteht, die Arbeit ist monoton und genügt nicht den Eigenschaften des Menschen. Der Mensch ermüdet nach einer gewissen Zeit. Die Maschine hält ihren Takt unermüdlich. Für viele Menschen stellt sich das Gefühl ein, einer milden Krankheit zu unterligen. Arbeit und Befriedigung von Bedürfnissen wurde in großen Teilen der Wirtschaft entkoppelt. Der ursprüngliche Lebenssinn, der sich in der Arbeit erfüllte, wurde zu einer scheinbar sinnentfremten Muskelleistung, die wie Benzin eines Fahrzeuges am Monatsende bezahlt wird.

Erfüllende Arbeit - im ursprünglichen Sinne - gibt es genug. Und das Bedürfnis diese Arbeit auszuführen steigt. Man muss sich die Frage stellen, ob Arbeit, wie wir sie heute kennen eigentlich Arbeit ist? Das Prinzip des Wachstums und der Konkurrenz lässt Unternehmer Arbeit durch Technik ersetzen. Das Produkt, das letztenendes die Befriedigung von Bedürfnissen darstellen soll, wird von der Arbeit entfremdet. Arbeit existiert im wesentlichen Sinne dann nicht mehr. Durch das Konkurrenzprinzip müssen Unternehmer neue Märkte suchen. Sie expandieren in Drittweltländer. Immer weniger Unternehmen überleben. Es entstehen Megacompanies, die zu guter Letzt die kleinste Nische auf diesem Planeten belegt haben. Und dann? Wie soll Wachstum dann noch weiter fortschreiten?

Das Video illustrierst die Grundaussage dieses Textes in Bild und Wort.

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2 Responses to “Arbeit vs. Kapitalismus? Freud oder Leid?”

  1. Eggshell Robotics Says:

    Ich finde das kleine Filmchen wirf das Wachstumsparadigma und Wettbewerb ziemlich undifferenziert in einem Topf. Außerdem geht es in obigem noch um “Produkte” die man anfassen und aufreissen kann. Was ist mit immateriellen Gütern? Was ist mit dem Internet? Mein Urteil: Nicht weit genug gedacht.

  2. Eggshell Robotics Says:

    Passend dazu, schon mast ein “must read” von Cory Doctorow: http://www.internetevolution.com/document.asp?doc_id=178058

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