Richard Barbrook - Klasse der Masse
Der Begriff Elite wird kritisiert, da der Elitebegriff impliziert, dass alle anderen nicht kreativ sind. Als Beispiel führt er London an; das wofür die Stadt am bekanntesten ist, entstand aus der Club- und Jugendkultur. Man entwickelt in der Freizeit eine Kultur, z.B. im Vereinsleben. Oft hat man nebenher bezahlte Jobs. Zunehmend aber entwickelt sich eine freie kreative entfaltung, die es jedem ermöglicht kreativ an der Informationsgesellschaft teilzunehmen. Dies wird das Klassendenken ablösen.
Die Technologie macht vieles leichter. Mit der Technologie reagiert die Industrie auf ein Bedürfnis der Bevölkerung - Dies stellt er McLuhan gegenüber, der schreibt, dass die Technologie das Subjekt der Geschichte ist und wir auf ihre Änderungen wie pawlowsche Hunde reagieren.
Das Internet ist ein Medium, dessen Inhalt großteils von Amateuren stammt. Dies zeigt, dass professionelle Creative Industries und kreative Masse kein Widerspruch sind. Es braucht Spezialisten, die Programme schreiben, aber auch Verwender, die Inhalte beisteuern.
In den Siebzigern nahm man an, dass Information zur wichtigsten Ware wird. In Wahrheit hat vieles, etwa Musik, seinen Warencharakter verloren. Im Gegenteil wurden Informationen zu unseren Problemen: Raubkopien von Büchern oder Musik sind nicht neu. Daten selbst sind aber Informationen geworden. Informationen zu verbreiten ist heute ein leichtes Spiel. Information ist stets beides: Geschenk und Ware. Das verstehen die Leute nicht, aber es ist der Widerspruch, in dem wir leben. Das Problem ist nicht lösbar, denn aus philosophischer Sicht gibt es nur einen Weg: Eine postkapitalistische Gesellschaft.
Das Buch steht sowohl gratis zum Download als auch gedruckt zum Verkauf bereit. (Download: http://www.theclassofthenew.net/) Die Leute kaufen es, weil sie nett sind und sich ein Ausdruck nicht gut liest. Ins Internet gestellt hat der Autor das Buch, weil Studenten das Buch für Kurse brauchen und es viele Zitate anderer enthält, die man ins eigene digitale Dokument kopieren können soll. Die Wirtschaft muss insgesamt ihre Balance finden. Die Kunstszene lebte von Firmen, die in die Kunst finanzierte. Jetzt in der Finanzkrise muss die “Kreativbranche” sich selbst tragen. Großbritannien hat in der Vergangenheit seine verarbeitende Industrie ruiniert. Tony Blair sagte, als er Premier war, in einer Rede: „Wir treten in die Wissensgesellschaft ein“ und deutete so an, dass die „Old-School-Wirtschaft“ im Gegensatz zur Finanzwirtschaft oder den Creative Industries nicht zählt. Wir sehen nun, dass das nicht so ist. Mit dem Wiederfinden der Balance könnte die Kreativwirtschaft etwas von ihrem Heldenimage einbüßen. Die Kreativindustrie ist ein wichtiger Arbeitgeber geworden. Laut einer Studie arbeiten zehn Prozent der Londoner in Kreativberufen.
(via), http://www.cybersalon.org/
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