Was ist nur los mit unserer Politik? Und: Petition zur Reform der GEMA

(cc) by stejan auf flickr

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Wir sind junge Menschen. Wir haben den Computer damals mit dem C64, Atari oder AMIGA kennengelernt. Wir haben Computerpiele gespielt und haben schon immmer so gelebt. Unsere Eltern motzten: “Mach doch diesen furchtbaren Lärm leiser.” “Du sitzt viel zu lange vor dem Computer” Dann kam die elektronische Musik. Die Computer generierten Klänge wurden Teil der Musikkultur. Kulturgeschichte wurde in den 90er Jahren durch die Loveparade in Berlin geschrieben. Eine kleine digitale Revolution ist aufgekeimt. Auf einmal wurde unser schnuckeliges kleines “Computerhobby” populär. Und nun nutzt fast jeder einen Computer. Jeder ist im Internet “unterwegs”. Und nun wollen sie es verbieten. Warum? Es war für uns doch schon immer so. Wir sind damit groß geworden. Es ist unsere Kultur und es gehört zu unserem Leben dazu, wie atmen.

Dann kam auf einmal der “Untergang” der Musikindustrie. In den 60er Jahren hatten Musikverlage die Aufgabe Künstler zu finden. So schwärmten Manager aus um Talente zu suchen. Die Musiker machten nichts weiter als ihre Musik. Die Musikindustrie musste die Künstler nur entdecken. Die Musik wurde in Studios aufgenommen und auf Schallplatten gepresst. Die Aufgabe der Musikindustrie war es die Musik aufzunehmen und dem Musiker den Vertrieb zu garantieren. Heute ist es viel einfacher Musik zu vertreiben: Download ist das Stichwort. Man muss die Musik nur auf einem Server hinterlegen. Innerhalb von kürzester Zeit ist die Musik weltweit verteilt. Gerade wegen der einfachen Verbreitungsmöglichkeit bekommen Musikverlage zunehmends Druck. Sie können dem Musiker den exklusiven Vertrieb nicht mehr garantieren.

(cc) by Johanna Bocher, flickr

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Denn ist Musik einmal in den Tauschbörsen gelandet, verteilt sie sich wie aus Zauberhand quasi von alleine. Gerichtsprozesse werden geführt um die Rechte zu schützen. Doch wessen Rechte werden da geschützt? Die des Musikers? Die Hauptaufgabe der heutigen Musikindustrie scheint darin zu bestehen mit Anwälten gegen Privatpersonen vorzugehen. Aus einem produzierenden Gewerbe wurde eine juristische Kampfabteilung. Und wenn es um Musikproduktionen geht, werden Künstler nicht mehr entdeckt, sondern gemacht. “American Idol”, oder “Deutschland sucht den Superstar” züchtet Bands oder Künstler um diese kommerziell zu vertreiben. Die Herangehensweise hat sich in den Jahren maßgeblich geändert. So bleibt es auch nicht aus, dass der Verwerter GEMA in die Kritik gerät. Am 19.05.2009 startete Monika Bestle eine ePetition im Deutschen Bundestag (Link zur Petition): “Der Deutsche Bundestag möge beschließen….dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit. mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.”

Wir haben schon immer so gelebt, sind mit Musik und den Computern groß geworden. Es waren Pixelgrafiken und akustischer Glitch, neue Werkzeuge und das Internet, die uns neue Möglichkeiten gaben. Wir sind mündig im Umgang mit diesen Technologien und kennen nun Kritik und Ausblicke für die Zukunft. Schade, dass “die” es noch nicht verstanden haben.

cologne-commons-logo-badge-shinyWer einen Ausblick erleben möchte und die “neue Musikkultur” erleben möchte, kann die “Cologne Commons” am 12.-13. juni 1009 besuchen. Diskussionsbeiträge und musikalische Darbietungen demonstrieren, dass es auch anders geht. (http://cologne-commons.de/)

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