Unsere höchste Vision
Unsere höchste Vision ist: “Leben so gut wie es eben möglich ist.” In naher Zukunft arbeiten wir eher wie Künstler und Publizisten. Die Gründe sind vielfältig und weisen in diese Richtung. Die Industrie geht in Richtung Vollautomation. Dies geschieht aus mehreren Gründen. Zum einen sind die Voraussetzungen unseres Wirtschaftgeschehens “Wachstum” und “Rationalisierung”. In saloppen Worten bedeutet dies “Höher, schneller, weiter” und gleichzeitig “immer billiger”. Ein kurzer Blick auf bereits bestehende Produktionssysteme liefert uns auch ein Indiz, dass Wachstum nicht zu mehr Arbeitsplätzen führt.
Beispiel 1: Wahrnehmung
Betrachten wir die Branchen, die mit Elektronik arbeiten, so fallen im selben Atemzug “Cleanroom” und “Nanometer”. Die Chips werden immer winziger. Die Bestückung wird von Maschinen übernommen. Beobachtet man einen Bestückungsautomaten, so hat dieser eine grazile Fertigkeit. Im Vergleich zu einem solchen Automaten haben wir Menschen Wurstfinger. Nicht aber weil wir Wurstfinger hätten, sondern weil wir Menschen mit Strukturen herumhantieren, die so klein sind, dass sie sich unserer Wahrnehmung entziehen!
Moderne Fahrzeuge können Geschwindigkeiten erreichen, bei denen der Fahrer oder Pilot nicht mehr schnell genug reagieren kann. Computer übernehmen hier die Fahrt oder den Flug. Fällt der Computer aus, bricht das Fahrzeug in sich zusammen.
Assistenzsysteme in PKWs erinnern den Fahrer in den aktuellen Mercedes-Modellen an seine Müdigkeit durch Alarme und Vibration. Computer erscheinen besser als der Mensch es ist. In Wirklichkeit sind Computer aber sture Automaten, die immer die selbe Tätigkeit mit überraschender Zuverlässigkeit ausführen.
Aufgrund unseres Wachtums und aufgrund des Erfolges unseres Erwerbssystems haben wir Technik entwickelt, die nicht mehr vom Menschen gebaut werden kann. Der Fließbandarbeiter ist in der Produktion daher nicht nur überflüssig geworden, sondern sinngemäß sogar unfähig den Job zu erledigen. Der Mensch hat in der zeitgenössischen Produktion also einfach nichts mehr zu suchen. Es gilt also herauszufinden welche Art der Arbeit der Mensch denn erledigen soll und vor allem kann.
Beispiel 2: Motivation
Der Mensch will grundsätzlich irgendwelchen Tätigkeiten nachgehen. Wie sich dies nun mit Erwerbsarbeit verbinden lässt sei eine andere Frage. Das hier zu Grunde liegende Hauptargument ist Langeweile. Kein Mensch ist gerne gelangweilt. Insbesondere zur Vermeidung der Langeweile sucht sich der Mensch Abwechslung, Hobbies und Unterhaltung. Wirkt die Erwerbsarbeit aber langwierig, oder belastend, so dient die Arbeit nicht dem Zweck dem Menschen etwas Gutes zu tun (z.B. ihn von Langeweile zu befreien) oder produktiv zu sein, sondern belastet ihn in Form eines Stress und wirkt so sogar kontraproduktiv, indem die Motivation untergraben wird und wie eine milde Krankheit sogar Schaden anrichtet. Von so einer Art der Arbeit versuchte sich der Mensch seit Urzeiten durch Innovationen und Erfindungen zu befreien!
Beispiel 3: Komplexität
Informationen oder Aufgaben können den Menschen heutzutage überwältigen und überfordern. Wurde in den letzten Jahren noch gesagt wir leben in einer Informationsgesellschaft - was ja im wesentlichen zutrifft - müssen wir heute viel Zeit investieren um Informationen für unseren Zweck zu filtern. Es gibt mehr Informationen als uns lieb ist. Auch Geräte sind so kompliziert geworden (Autos, Flugzeuge, Programme), dass wir damit leben müssen, falls sich da irgendwo Fehler eingeschlichen haben und das Produkt in unserem Sinne nicht perfekt ist. Komplexität tritt immer häufiger auf und wir müssen uns eingestehen, dass wir gewisse Ziele nicht mehr erreichen können, weil der Aufwand es zu erfüllen viel höher wäre als der Nutzen, von dem wir am Ende profitierten.
Beispiel 4: Einkommen
Die meisten Menschen klagen darüber, dass sie keine Arbeit haben. In Wirklichkeit beklagen Sie aber, dass sie kein Einkommen haben. Denn ohne Geld lebt es sich in unserem Wirtschaftssystem nur sehr müßig. Viele Menschen laufen aber morgens wie Zombies zur Arbeit und kehren am Abend total ermattet wieder. Aus der erhofften Lebensqualität wurde Hoffnungslosigkeit.
Kreativität ist das Kapital des 21ten Jahrhunderts
Im Fahrwasser des Fortschritts dümpelt das Soziale vor sich hin. Aus Sicht der Produktivität erhalten Maschinen das meiste Einkommen (denn diese sind an Produkten heute maßgeblich beteiligt). Dennoch ist der Mensch vom Einkommen abhängig. Also muss die Leistung einer Maschine auf die Einkommen der Menschen umgelegt werden. Denn das war und sollte ja ursprünglich der Sinn der Arbeit sein: Das es uns besser geht. Unser industrielles Zeitalter hat uns dem Ziel näher gebracht nicht Arbeiten zu müssen, sondern zu können.
Aber heute herrscht ein Raubbau-Kapitalismus. Viele Arbeitsplätze schaden uns. In Call Centern werden wir zum Konsum verführt. Viele Chinesen werden unter menschenunwürdigen Bedingungen beschäftigt. In Indien werden Flüsse und Gewässer verschmutzt und jegliches Leben wird in manchen Regionen der Welt schlichtweg vergiftet. Einige wenige aber Leben davon! Diese “sinnlosen” “antimenschlichen” Jobs benötigen wir nicht mehr, sollten nicht existieren, sind eine Schande für die Menschheit. Denn: Wenn wir über Vollbeschäftigung reden, dann bitte nicht “um jeden Preis”. Weil wir aber in ein marktwirtschaftliches System eingebettet sind, schreien alle nach Vollbeschäftigung und Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Vollbeschäftigung würde aber implizieren, dass wir noch schneller, größer und weiter kommen, wir noch mehr konsumieren müssten und mit Sicherheit noch “dreckigere” Jobs gemacht werden müssten um dieses Ziel zu erreichen.
Unsere Maschinen sind von Lohnnebenkosten und von der Einkommenssteuer befreit! Das ist wie Schwarzarbeit. Jede Maschine, die in der Produktion zum Einsatz kommt, erhöht zwar unsere Produktivität, unterwandert aber Staatliche Regulierungmechanismen. Wenn wir Menschen ein System unterstützen, das uns oder unserer Umwelt langfristig Schaden zufügt, dann sind wir irgendwo falsch abgebogen. Und es war gerade der Erfolg des Systems, der uns hier her geführt hat. Es gilt also nicht ein erfolgreiches System zu beklagen, sondern lediglich die Tatsache, dass wir dieses Erfolgreiche System um einige Facetten erweitern sollten, die den Nutzen für Mensch und Natur deutlich erhöhen um so die Fortführung einer Erfolgsgeschichte zu ermöglichen: Unsere höchste Vision ist “Leben so gut wie es eben möglich ist.” In naher Zukunft arbeiten wir eher wie Künstler und Publizisten, denn von nun an geht es nicht nur um Produktivität, sondern vor allem auch um Kunst und Kultur.
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