Ungeteilte Aufmerksamkeit

ADS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeits Defizit Syndrom. Einige nennen es auch Zappelphillip-Krankheit. Ärzte und die Pharmaindustrie verabreichen in solchen Fällen gerne Beruhigungsmittel, die die komplette Persönlichkeit der Jugendlichen zerstören können. Doch wer hat eigentlich das Recht das Zappel-Verhalten der Jugendlichen zu bewerten um das Wort “Defizit” zu verwenden? Schauen wir uns doch einmal unser Schulsystem und unsere Werbewirtschaft an. Wird der junge Mensch durch sein Umfeld nicht dazu aufgefordert ein Defizit an Aufmerksamkeit zu haben? Ist die Schule nicht jener Ort der Sozialisierung, der das Thema Lernen zum Unwort gemacht hat?

Heutzutage spricht man gerne von Lebenslangem Lernen. Wenn Lernen aber der Begriff ist, der das formulieren soll, was in den Schulen passiert, verstehe ich, warum viele Menschen “keine Lust” auf lebenslanges Lernen haben. Dabei sind es Erfahrungen, neue Denkweisen und Ausblicke, die ständig zu korrigieren sind. Wer unter mangelnder Aufmerksam leidet ist möglicherweise ein Mensch der ständig gelangweilt ist. Möglicherweise werden seine Sinne nicht genug angeregt. Vielleicht fehlt ein wenig Bunt in den Überbleibseln des Industriezeitalters. Vielleicht leiden diejenigen, die den begriff ADS verwenden unter ADS. Sie haben ein Defizit in der Aufmerksamkeit darüber, wie Jugendliche heutzutage denken und lernen. Und statt Pillen zu verabreichen, sollte man die Schulen und die Welt ein wenig bunter gestalten und Neugier erzeugen, statt die Menschen sich selbst und ihrer Langeweile zu überlassen. Und würde die Werbung endlich aufhören uns unnützen Plunder anzudrehen so dass man sich endlich wieder auf etwas einlassen kann, vielleicht ist das das beste Medikament gegen ADS.

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