Goldies übernehmen
Eine unmerkliche Invasion ist im Gange. 1990 war noch jeder fünfte Bundesbürger über 60 Jahre alt. Nun zum Jahre 2010 wird es jeder vierte sein. Tendenz zumindest zur Zeit steigend.
Die neuen Senioren gehören aber nicht zu der Sorte Mensch, die sich nach der Rente einfach in den Schaukelstuhl setzt. Immer mehr Menschen im Rentenalter suchen sich neue Hobbyies.
Sei es, dass sich Rentner in Internetkursen zusammenfinden, oder E-Books gegen ein kleines Honorar verkaufen. Der heutige Rentner hat Hobbies und ist aktiv.
Nach Jahren der Arbeit steht er bzw. sie immer noch um 6:00Uhr Auf. Da geht der Rentner nach Verkündung seines Ruhestandes doch gerne mal zum Gewerbeamt,
besorgt sich einen Gewerbeschein und macht sich als Unternehmensberater, Streetworker oder spezialisierter Handwerker tätig. Die steigende Anzahl der Rentner hat aber auch Einfluss auf das politische System.
Denn Demokratie funktioniert immer noch durch Merheitsentscheidungen. Der mündige Rentner geht natürlich noch fleißig zur Wahl.
Nimmt doch bei den Jüngeren der Verdruss zu - und somit auch die Wahlbeteiligung - trägt es den Rentner dann doch zur Wahlurne um eine der beiden großen Parteien CDU oder SPD zu wählen.
Die Jugend wiederum wählt gerne etwas experimenteller und entscheidet sich für die Grünen, die Piratenpartei oder gar eine der rechten Parteien. Sicherlich ist die Jugend in der Gesamtheit der Stimmen noch die stärkste Gruppe, doch Wahlzurückhaltung und das Aufteilen der Stimmen auf viele kleine Parteien machen eine Mehrheitsregierung kompliziert. Eine große Koalition zwischen CDU, SPD und vielleicht einer der kleineren Partei sind wahrscheinlicher als eine große Koalition aus FDP, Grüne und z.B. Piratenpartei.
So sieht sich der junge Wähler ein wenig geschröpft, da trotz seiner Wahlteilnahme am Ende die Stimme des Rentners Gewicht trägt. Einzigartig in unserer Zeit ist auch, dass der Jugentliche sachkundig in einer neuen Kulturtechnologie ist; Er beherrscht die Sprache des Computers und der neuen Medien intuitiv. Zustandsorientiertes Denken und eine neue Art der Flexibilität sind seine Muttersprache. Viele Rentner hingegen beherrschen es nicht einmal den Videorekorder zu programmieren oder den DVD-Player zu bedienen. Zur Pflichtlektüre der Jugend gehörte das Buch 1984 von George Orwell. Und gerade deswegen stellen sich den Jugendlichen die Haare senkrecht, wenn sie von Schäubles Sicherheitspolitik hören: “Herr Schäuble, Das Buch 1984 war eine Warnung und keine Anleitung!”
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