Arbeiten wie die Deutschen
Nun hatte ich mal die Gelegenheit in Holland zu arbeiten. Eine schöne nette Gelegenheit einmal die Arbeit im Europäischen Nachbarland kennenzulernen. Und die Erfahrungen waren hochinteressant. Ich war zwar nur als Sachverständiger da, aber eben dadurch auf einer Baustelle. Auf dem Bau arbeiteten sowohl Deusche als auch Holländische Firmen. Und die Erfahrungen waren derart lustig, dass ich hier nun darüber schreiben muss. Es beginnt mit den Handwerkern. Die Fliesenleger arbeiteten für einen Deutschen Betrieb. Und wie man es von Deutschen Handwerkern gewohnt war, ist die Arbeit Tipp Top gewesen, kein Müll wurde zurückgelassen, so wie es bei uns halt sein soll. Neben an im Bad arbeitete ein zweierteam Holländischer Elektriker. Zusammen mit einem Fugentechniker aus Deutschland. Der Elektriker packt seine Steckdosen aus und schmeisst den Müll in die Ecken. Aus dem Wohnraum hört man von den Fliesenlegern “Scheisse, diese bescheuerte Schneidemaschine. Pillemann! Scheissdreck.” Der Holländische Elektriker steht auf einer zweistufenleiter und singt “Lämpschen lämpschen, lämpsche lämpschen…” und wackelt dabei mit seiner Hüfte. Stets vergnügt sind die Holländer beim Arbeiten. man bekommt nach einer Stunde den Eindruck, eine Gesangs und Schauspielausbildung sei Teil der Handwerksausbildung. Und jetzt kommt der Fugentechniker zu seiner tragenden Rolle: “Hey Heintje! Willst du nicht deinen Müll mitnehmen?” “Heintje? Isch heiß nischt Heintje, sondern Jerd.” “Und was ist jetzt mit dem Müll?” “Der Müll? *LACHT* Den brauche isch nischt meer” “Sag mal, willst du den nicht mitnehmen?” “Seit wann denn das?” “Seit heute!”. Aus dem Nebenraum erklingt mal wieder “Arschlecken. Diese scheiss Paste ist wieder trocken, wer hat eigentlich die bescheuerte Bodenheizung eingeschaltet?”
Ich fand diesen Tag ergreifend. Mit Holländern zu arbeiten macht einfach nur Spaß. Gepaart mit der richtigen Menge Laissez faire arbeitet der Holländer. Ist dabei aber stets gut gelaunt. Und diese gute Laune tat uns wirklich gut! Es war eine wunderbare Stimmung auf dem Bau. Von Deutscher Seite hörte man nur “Scheisse, dieses Dreckszeug wieder”. Da gefiel mir die Holländische Art zu arbeiten doch ganz gut. Als es dann aber um andere Details ging, gewannen in meinen Augen die Deutschen Handwerker. Sie hinterließen ihren Arbeitsplatz Eins A gesäubert und die Qualität stimmte. Der Fugentechniker wollte die Blende der Steckdose abnehmen und hielt sogleich die komplette Steckdose in der Hand! Die Steckdosen in der Hand haltend dreht er sich zum Holländischen Elektriker und sagt: “Heintje, was ist das denn?” “Eine Steckdose!”. Der Holländer nimmt die Steckdose, rammt die wieder in die Wand, klappert ein wenig am Schalter und schaut ob das Licht funktioniert: “Ischt doch schuper! Funktschionieert doch alles!” Und geht einfach. Köstlich!
Was wir wirklich aus dieser Geschichte Lernen können: Die Abreitsmentalität der Holländer gepaart mit der Deuschen Ordentlichkeit würde das Leben besser machen.
Insgesamt funktionierte der Bau dann doch. Nur man muss einiges vorher wissen; Holländer pfeffern ihren Müll in die Ecke. Und es folgt ein Team, das den Dreck wieder wegräumt. Der Bau wird also doch ordentlich hinterlassen! Und lockere Steckdosen überprüft der Meister bei einem abschließenden Rundgang dann doch noch.
Ich liebe Europa!
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