Wenn der Postmann dreimal klingelt

Man muss nicht unbedingt selbständig sein um sich über die Postzustellung zu ärgern. Doch liegt dies meist auch nicht an den Zustellern. Im Gegenteil. Diese Menschen leisten einen harten Job und sind von Tag bis Nacht, bei Wind und Wetter für uns da. Und an manchen Tagen erschleicht mich der Eindruck, dass uns die netten Spediteure an Ihrem Arbeitsalltag Teilhaben lassen möchten.

Da erwarte Ich eine Packung mit existenziell wichtigen Bauteilen - für die Firma wohlgemerkt. Um eine schnellere Abwicklung zu ermöglichen fiel mir - in Gottes Gnaden - eine brillante Idee in den rechten Gehirnlappen: “Lass es dir doch mal nach Hause schicken!”

Eine Entscheidung mit folgen. Der Vertragspartner, der - wie üblich pünktlich in der Abwicklung und zuverlässig, qualitätsbewust - mit einem großen Spediteur händchen hält, verschickt das Bauteil pünktlich und Pflichtbewußt. Doch bei mir, auf der anderen Seite der Black Box, passiert herzlich wenig. Nach sieben Werktagen (man gedenke der gloreichen Idee es sich mal nach Hause schicken zu lassen) wird man misstrauisch.  ‘Soll ich jetzt bei der Firma anrufen und nachfragen, warum das so lange dauert?’.

Nun denn, Termine warten, das Teil wird benötigt, also mal vorsichtig nachfragen. “Hallo, hier ist die Firma XYZ. Ich habe vor zwei Wochen ein Teil bei Ihnen bestellt, das ist aber … Bestellnummer, ja sofort…. warten … ja, hören Sie? Das Teil wurde am 27ten verschickt. Laut Tracking ist es bei einem Herrn Müller abgegeben worden.”

Schweissperlen auf meiner Stirn! Wer zum Henker ist Herr Müller? Er ist zur Zeit im Besitz meiner Existenz! Und nun beginnt der Spießrutenlauf. Alle Klingelschilder abklappern - eine müßige Angelegenheit in einem 200Wohnparteien Haus. Vielleicht die falsche Hausnummer? Die Suche geht weiter. Ähnliche Namen werden gefunden. Ein Klingeln nützt nichts. Verzweiflung macht sich breit. “Guten Tag Herr Münster, haben Sie in den Tagen ein Päckchenangenommen?, “In der Tat! Diese hier!” Mist, Fehlanzeige. Sind für andere Nachbarn. Nun beginnt der Flurfunk. Die Nachbarn erzählen, wie schwierig es sei Pakete zu bekommen, die Post würde so häufig verschwinden oder schlicht  geklaut werden. Der lokale Postbote stellt sich dazu und argumentiert mit verschränkten Armen: “Das stimmt so nicht. Aber wissen Sie, wie schwierig es ist überhaupt in dieses Haus hineinzukommen? Dann fehlt die Hälfte der Schilder an den Postkästen. Und ich habe doch keine Zeit hier immer zu suchen. Machen Sie doch mal Nummern an die Kästen und schreiben Sie die Nummern unter ‘Zusatzvermerk’ bei Ihrer Korrespondenz mit auf!”

Am Ende einigen wir uns darauf, das man für wichtige Sendungen doch ein Postfach mieten möge, oder eine der Packetstationen in der Stadt als Ziel angeben mag. Aber davon seien Firmen wie UPS, DPD, Hermes und andere ausgenommen. Man könne aber auch Post in de benachbarte Bäckerei oder den Bioladen schicken lassen, da wären ja bereits Schilder anderer Speditionen angebracht, die die Annahme von Postsendungen ankündigen. Eine gloreiche Idee! Dann kommen wir auf Herrn Müller zu sprechen - und die Lösung naht!

“Herr Müller? Das ist doch unser neuer Hausmeister!” Die Telefonnummer steht auf einer Notiz an seinem Bürofenster. Rufen Sie da doch mal an! Heureka! Er ist es! Der gesuchte Herr Müller; Voller Tatendrang packe ich das Päckchen aus und stelle fest - ‘Nein! Nie wieder lasse ich mir gewerbliche Sachen nach Hause schicken!’ Das Zeug kommt von nun an immer zur Firmenanschrift - oder eben an ein Postfach oder eine Packstation.

Doch die Moral von der Geschicht: Nun weiss ich wie hart der Postbotenjob ist, und man lernt eben durch Versandsachen die halbe Nachbarschaft kennen.

Ich wünsche euch weiterhin ein glückliches Leben. Guten Tag!

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WŠhle Piraten!

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