Das Leid mit den Steuern - neue Konzepte
Steuern sind ein empfindliches Thema. Und rund um Steuern wird viel Geld verdient. Doch beginnen wir mal ganz einfach: Steuerberater wären ohne Steuern arbeitslos. Finanzbeamte hätten auch keinen Job. Und ohne Steuern würden unsere Strassen, Kindergärten und vieles mehr nicht realisiert werden können. Aber vor allem Banken in Luxemburg, Schweiz und Liechtenstein müssten auf viel Geld verzichten, welches die entsprechenden Parteien unbemerkt über die Grenze schaffen.
Doch warum denn all dieser Streit? Bei der Verhandlung zwischen Deutschland und Liechtenstein nach einem Auslieferungsabkommen für Steuerflüchtlinge wurde ziemlich klar und unmissverständlich gesagt, ‘wenn Deutschland ein Steuersystem hätte, das den Menschen Fair vorkommt, würden die das Geld auch nicht außer Landes schaffen’.
Die Journalisten Hans Weiss und Ernst Schmiederer schreiben in ihrem Buch “Asoziale Marktwirtschaft” über die Machenschaften großer Deutscher Firmen. Bekannte Namen sind dabei. Aufgeführt werden Steuereinsparungen, Erschleichungen von Subventionsgeldern und Gründungen von Fabriken im Osten oder Österreich unter Zuhilfenahme dieser Gelder.
Wieso regt man sich eigentlich über solche Steuerersparnisse auf? Wieso müssen wir eigentlich so viele Steuern zahlen?
Deutschland hält den Steuerweltrekord
Für die Meisten Menschen ist das Zahlen von Steuergeldern unvermeidlich und belastend. Aber wie viel des hart erarbeiteten Geldes die Staaten kassieren unterscheidet sich weltweit frappierend. In der Auflistung der reichsten Länder der OECD nimmt Deutschland in Sachen Steuerabgaben den Spitzenplatz ein. Ein Arbeiter mit einem Durchschnittseinkommen leistet Steuerabgaben um 43%, wobei nochmal die Hälfte davon für Sozialabgaben, wie Krankenkasse, Pflegeversicherung, Solizuschlag, etc. hinzukommen.
Zur Zeit halten Deutschland, Belgien und Dänemark die Spitzenposition in Sachen Steuerabgaben (in dieser Reihenfolge).
Den Ländern folgend zahlen Arbeiter in Polen etwa 25% ihres Einkommens in die sozialen Sicherungssysteme, wohingegen die Australier z.B. geradezu keine Abgaben bezahlen. Die Mexikaner und Südkoreaner zahlen weltweit am Wenigsten (Mexiko ca. 6%). Im Kontrast sei erwähnenswert, dass die Altersvorsorge und die Ssoziale Situation in verschiedenen Ländern einen sehr starken Qualitätsunterschied aufweist.
Wie viel Lohnnebenkosten sind erträglich?
Die Frage wie viele Steuerabgaben nun gerecht sind und wo die Grenze liegt ist eine interessante Frage. In Deutschland sieht es derzeit so aus, dass der Hauptanteil des Lohnes in staatliche Systeme einfließt. Der Anteil des Geldes, das wirklich vom einzelnen für private Zwecke ausgegeben werden kann (Miete, Strom und andere Fixkosten wurden noch nicht berücksichtigt) ist überdurchschnittlich gering. Der Widerspruch also zwischen Gerechter Altersvorsorge, sozialer Absicherung und dem Empfinden einer ungerechtfertigten Geldentnahme seitens des Staates steht somit als Frage im Raum. Wer zu Lebzeiten hart arbeitet und sich knechtet zahlt dies mit seiner Gesundheit und psychischem Wohlbefinden. Stress ist ein allgemein bekannter Auslöser für viele Krankheiten. Diese überproportional hohe Belastung kann zu Krankeiten führen und impliziert die Notwenigkeit einer leistungsstarken Sozialvorsorge. Steuerflucht ist ein Indiz dafür, dass das Steuersystem als ungerecht empfunden wird und die Akteure undemokratisch aus eigener Entscheidung ihren “Steuersatz” festlegen. Es ist anzuraten die Steuersätze zu überdenken, um ggf. eine “Lohnnebenkostenhöchstgrenze” festzulegen, so dass die Belastungen für den Einzelnen erträglich bleiben. Betrachtet man die Staatsverschuldung und Hampeleien, wie die Versteigerung der UMTS-Lizenzen vor etlichen Jahren, so kann man schlussfolgern, dass sich über Zeit weitere Steuererhöhungen ankündigen. Jedes Volk hat einen Geduldsfaden; Es bleibt die Frage wie lange es braucht bis der Geduldsfaden der Deutschen “reißt”.
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März 17th, 2008 at 18:32
Am schönsten finde ich den “Tag des Steuerzahlers” mitte Juni, jenem Tag der deutlich macht: alles, was du bis heute im Jahr verdient hast geht dem Staat und der Wohlfahrt zu Gute. Und von welcher sozialen Absicherung ist da die Rede als Selbstständiger oder Unternehmer? Dort muss man meist privat vorsorgen. Das Abenteuer Steuererklärung liegt als Hausaufgabe bereits auf dem Schreibtisch.
Deutschland ist nach wie vor wenig Unternehmerfreundlich, wenn man von den Mega-Companies mal absieht. Diese allerdings üben ihrereseits wieder Druck auf auf den Staat. Ein Henne-Ei Problem, dass aus meiner Sicht gelößt werden könnte durch Aufwertung des Images und Erleichterung für Jungunternehmer und Mittelstand. Aber es gibt nichtmal eine vernünftige Existenzgründungshilfe vom Staat.
März 17th, 2008 at 18:35
Bitte Tippfehler korriegeien (und das hier löschen, danke!):
“Diese allerdings üben ihrereseits wieder Druck AUS auf den Staat.”